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A wie ... äh, nett aber nee: Die neue Mercedes A-Klasse im Konkurrenzcheck

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Der Mercedes-Zirkus ist in der Stadt. Genauer gesagt die A-Klasse Roadshow. Die perfekte Gelegenheit dem neusten Sternenkreuzer, Hoffnungsträger und potentiellen A3-Jäger einmal auf den Zahn zu fühlen, um zu schauen ob er wirklich beißen kann...

Ganz ehrlich - und keine überraschende Erkenntnis – ich bin Audi-Fanboy. Aber auch andere Autohersteller haben schöne Töchter. Und die neue A-Klasse gehört für mich ohne Zweifel dazu. Der Abschied vom hochbeinigen Sandwichboden und dem Rentner-Image hat dem Einstiegs-Mercedes wirklich gut getan. So gut, dass das neue A ernsthaft zur Gefahr für die Lifestyle-Kompakten ala BMW 1er und natürlich Audi A3 werden könnte. Grund genug der Mercedes Aufforderung "Vorausfahrer gesucht!" nachzukommen und eine Runde zu drehen und mir selber ein Bild zu machen. Ich war allerdings nicht alleine unterwegs. Als unabhängige Fach-Jury habe ich drei Arbeitskollegen mit ins Boot geholt. Alle drei mit unterschiedlichen automobilen Vorlieben, ästhetischen Präferenzen und garantiert ohne Audi-Blog-Fanboy-Hintergrund.

Unser Testfahrzeug war ein silbergrauer A250 Sport inklusive AMG-Sportpaket - zur Zeit das Topmodell der Baureihe mit etwas über 200 PS, Frontantrieb und Doppelkupplungsgetriebe. Der Erste Eindruck war durchaus positiv. Besonders dank des AMG-Pakets steht das "A" muskulös und positiv gedrungen auf dem Asphalt. Wirklich nett. Aber wir waren ja nicht zum gucken da, sondern zum fahren. Also Platz genommen, Sitz und Lenkrad in Startposition gebracht und den Hinweisen des Instruktors gelauscht. Und dann ging es auch schon los auf die 45Minuten Reise mit der A-Klasse durch das verregnete Hannover.

Der gute Eindruck des Exteriors wurde beim genauen Blick auf das Interior allerdings wieder relativiert. Von der Rückbank kamen schnell die ersten kritischen Kommentare, dass es doch recht eng zugeht auf der Reihe B im A. Mag vielleicht auch an der schwarzen Innenausstattung, dem schwarzen Dachhimmel, den abgedunkelten Scheiben und den dunklen Wolken über Hannover gelegen haben. Ich persönlich mag dunkle Innenräume. Und nach dem (kurzeitigen) Öffnen des Schiebedachs ebbten auch die kritischenStimmen aus dem Fond etwas ab. Aber die Kritik flammte bei vielen Details im Innenraum wieder auf. Ob der etwas klobig geratene Bildschirm des Comand-Systems, die etwas zu leichtgängigen Lüftungsdüsen oder die zu wuselig gestalteten Armaturen im - ich zitiere einen Mitfahrer - Aldi-Carrera-Bahn-Look – sie haben die Premium-Erwartungen der Mitreisenden an einen Mercedes nicht ganz erfüllt. Mein persönliches Low-light waren die Drehregler der Klimaautomatik, die so hauchzart mit einer metallähnlichen Oberfläche bedampft waren, dass man das darunter liegenden Plastik förmlich spüren konnte. Und gewackelt haben sie auch. Zugegeben, beim Thema Haptik und Akustik von Drehreglern bin ich auch fundamentaler Extremist und von Audi-Standards verwöhnt.

Die verspielten Armaturen des "A". Zitat eines Mitfahrers: "Sieht aus wie von einer Aldi-Carrera-Bahn"

Sorry. Die Klimaregler wirken zu billig für ein Auto, das in der Topausstattng locker an der 50.000 Euro Marke kratzt.

Und wie fährt er sich? Wie sich ein neues Premium-Auto eben fährt: problemlos, etwas synthetisch und dank einer Flotte von Assistenzsystemen jederzeit piepsend und wild blinkend. Der über 200Pferde starke Vierzylinder beherrscht vor allem eine Disziplin perfekt: Krach machen. Im Sportmodus röhrt und faucht der Turbomotor wie ein ganz Großer. Leider hatte das Doppelkupplungsgetriebe im Testwagen so seine Schwierigkeiten bei spontanen Befehlen vom Gaspedal den richtigen Gang einzulegen. Das ist allerdings ein Problem, was ich auch schon im neuen A3 inkl. S-tronic erleben musste.

FAZIT.

Bevor ich mich hier in weiteren Details verheddere, komme ich zum Schluss. Immerhin waren wir auch nur 45 Minuten unterwegs und das Schreiben dieses Artikels sollte nicht länger dauern als das Fahren des Autos. Also. Die neuen A-Klasse. Sie sieht von außen echt unverschämt gut aus. Respekt an die Designer aus Stuttgart. Etwas von dem gestalterischen Mut, der in die A-Klasse geflossen ist, hätte dem neuen A3 auch gut getan. Aber hier schreibt bekanntlich ein Audi-Fan. Und wer ein Vier-Ringe-Herz erobern will, muss es über Innere Werte schaffen. Und hier verzettelt sich die A-Klasse in zuviel Verspieltheit und Rotstift-Streicherei – zu viel Plastik und zu sehr gewollte Design-Elemte lassen die Souveränität des kleinen Sterns platzen. Hier spielt der neue A3 einfach in einer anderen Liga.

PS: Meine drei Kopiloten waren weniger gnädig mit der A-Klasse. Auf der üblichen Schulnoten-Skala regnete es Dreier für den potentiellen Musterschüler. Ich persönlich würde dem kleinen Benz eine Zwei minus geben. Und damit haben die Stuttgarter Ihr Ziel eigentlich auch erreicht. Denn...

 

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